“Nächstes Jahr im Kibbuz”

Titelbild des Heftes "Nächstes Jahr im Kibbuz"Die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth

Hefte zur Regionalgeschichte – Heft 2

Peter Zinke (Hg.)

61 Seiten, 8 Abb. schw.-w.,
22 x 14 cm, Broschüre, 2005
ISBN 978-3-938286-02-9
5,80 EUR [D]

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Auszüge aus dem Buch

Inhaltsverzeichnis     Vorwort

Vor rund hundert Jahren, im Januar 1905, gründete sich die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Sie hatte es zunächst sehr schwer, denn die große Mehrheit der hiesigen Juden war assimiliert und patriotisch. Sie glaubte sich mit der kurz zuvor erreichten rechtlichen Gleichstellung am Ziel ihrer Träume und befürchtete, eine von deutschen Juden propagierte Staatsgründung in Palästina könne ihre Stellung untergraben und den Antisemitismus stärken. Und auch der Nürnberger Rabbiner Freudenthal wetterte von der Kanzel gegen die zionistischen Umtriebe in Franken, drohten sie doch, seine Position zu unterminieren.

Doch die zionistischen Pioniere ließen sich davon nicht abschrecken und sammelten Geld für den Aufbau der Infrastruktur in Palästina. Durch Vorträge und Filme wurde über das Heilige Land informiert, Hebräisch-Sprachkurse angeboten und Jugendliche durch landwirtschaftliche Praktika auf ein Leben in Palästina vorbereitet. Doch es bedurfte erst der “Machtergreifung” der Nazis, um den letzten Anstoß zur Emigration zu geben, denn der Bezug zur fränkischen Heimatstadt blieb trotz allem Antisemitismus stark. Zwischen 350 und 400 Nürnberger Juden wanderten insgesamt in den Dreißiger Jahren nach Palästina aus, um einen jüdischen Staat zu gründen. Sie hatten erkannt, dass es für sie in Deutschland keine Perspektive mehr gab.

Zum hundertsten Jahrestag gibt die Publikation einen Einblick in die zionistischen Aktivitäten im Raum Nürnberg. Zwei biografische Skizzen über die Familien Josephthal und Nussbaum, die im Zentrum der Bewegung standen, runden den Band ab.

Das Heft wurde im Auftrag des Nürnberger Instituts für NS-Forschung erstellt.

Die Drucklegung wurde mit freundlicher Unterstützung der Kost-Pocherschen Stiftung, Nürnberg ermöglicht.